Zukunft Kommunikation

Bedürfnis nach Triple A – Authentizität, Anspruchsgruppen & Affekt
Recap, der Seiltanz zwischen Optimismus und Angst.
Smartphones, Social Media oder Big Data – Technologien, die unsere Gesellschaft und Wirtschaft in den vergangenen Jahren entscheidend geprägt haben. Die digitale Transformation eröffnet neue Möglichkeiten für unternehmerischen Erfolg und Kommunikation. Trotz allem gibt es viel ungenutztes Potenzial und es besteht Skepsis gegenüber diesen Innovationen. Im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten befindet sich Europa geistig noch im industriellen Zeitalter. Nach dem Grundsatz innovation by permission wird die Digitalisierung als Infrastrukturprojekt behandelt und bereits reguliert, bevor Ideen überhaupt entstehen können. Nach europäischem Denken geschieht Fortschritt durch Optimierung des Bestehenden – nicht durch disruptive Innovation.
Die Mediennutzung verändert sich. Immer mehr Medien werden konsumiert – durchschnittlich über acht Stunden täglich – und anstatt in „Prime-Times“ verteilen wir diesen Konsum über den ganzen Tag. Die mobilen Geräte ermöglichen uns einen ständigen Zugriff.
Der durch digitale Technologien einfache und günstige Zugang zu Informationen verbessert die Bildungs- und Trainingsmöglichkeiten für alle. Trotz günstigem Zugang und grosser Verbreitung jedoch besteht nach wie vor eine Kluft bei der Internetnutzung. Damit werden die Vorteile des Internets gewissen Personen vorenthalten. Insbesondere junge Personen aus wohlhabendem Umfeld profitieren von den Chancen des Internets, während die Vorteile älteren oder benachteiligten Personen vorenthalten bleiben.
Trending, der neue Umgang mit Wahrheit.
Durch die günstigen Bedingungen und tiefen Einstiegsbarrieren kann heute jeder übers Internet kommunizieren. Blogs und Websites sind mit ein paar wenigen Klicks erstellt und erscheinen für kleines Geld in professionellem Licht. Das bietet zahlreiche Chancen, birgt jedoch gleichzeitig neue Probleme. Die demokratisierende Art des Internets erlaubt es, Fake News oder Unwahrheiten rasant zu verbreiten. Die Qualität der Informationen kann kaum überprüft werden und die Zunahme an Inhalten kann zu einer regelrechten „Overdose“ führen, die in einem Orientierungsproblem mündet.
Qualitätsmedien sind somit mehr denn je gefordert, faktenbasiert, kritisch, bohrend, sprachlich verständlich und ethisch aufzuklären. Sie sind wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Diskurses, um Orientierung zu bieten und meinungsbildend zu wirken.
Was jedoch für klassische Medien gilt, ist heute für effektive Kommunikation genau so entscheidend: Die Inhalte müssen durch Authentizität überzeugen, die Anspruchsgruppen gezielt abgeholt und verstanden werden. Emotionen dürfen angesprochen werden und sollen dabei sachlich begründet sein.
Content, essenzielle Bestandteile heutiger Kommunikation.
Fundierter Inhalt bedingt eine ehrliche Analyse und eine durchdachte Strategie. Folgende Elemente können dabei helfen, die Kommunikation zu optimieren sowie die Kundenansprache zielgruppengerecht und den Gesamtauftritt dem Zeitgeist anzupassen:
Qualität statt Quantität. Die Wahl des oder der Kommunikationskanäle ist entscheidend. Es geht nicht darum, möglichst viele der heute unzähligen Möglichkeiten zu bespielen, sondern den passenden Kanal zielgruppengerecht auszuwählen und eine klare Strategie zu definieren. Hochwertiger Inhalt auf einem dezidiert ausgewählten Kanal führt zu einem konsistenten Markenbild und kostbarem Vertrauen.
Persönliche Kundenansprache. Die Kundenansprache ist essenziell und für das Markenbild und die Markenbeziehung ebenso entscheidend. Sie soll persönlich gestaltet sein und spontane Interaktionen mit der Anspruchsgruppe zulassen. Jeder Kunde ist einzigartig und in seinen Bedürfnissen individuell. Lösungsorientierte Kommunikation ist entscheidend. Kommunikative Inhalte sollen keine Anreihung von langen, komplizierten Sätzen sein, sondern lesefreundliche Artikel mit bildhafter Gestaltung und verständlicher Navigation. Interaktive Elemente sind zudem ein Muss. Die Markenwelt soll nicht nur greifbar sein, sondern von den Kunden auch aktiv mitgestaltet werden können.
Authentizität. Die wichtigste Zutat für überzeugenden Inhalt, der nachhaltig etwas bewirken soll, ist Authentizität. Ehrlichkeit und Offenheit im Umgang mit der Zielgruppe dürfen keine schwammigen Begriffe, sondern sollen mit Leben gefüllt sein. Fehler sind menschlich und passieren jedem. Wichtig ist die Transparenz im Umgang mit Niederlagen oder Fehlschlägen. Das verleiht der Kommunikation Einzigartigkeit, Substanz, Glaubwürdigkeit und steigert die Reputation. Authentische Kommunikation vermittelt die Identität und Vision eines Unternehmens. Gelebte Authentizität schafft nachhaltig Mehrwert und Orientierung, insbesondere in Zeiten von „Copy Paste“ und Fake News.
Instruments, die Werkzeuge effektiver Kommunikation.
Effektive Kommunikation bedingt neben überzeugendem Inhalt den richtigen Mix an altbewährten und neuen Kommunikationsmitteln.
Handschrift. E-Mails, WhatsApp und Drucker haben das Schreiben von Hand quasi ersetzt. Trotzdem oder gerade deshalb erleben handgeschriebene Briefe eine Renaissance. Die Handschrift verleiht eine deutlich persönlichere Note als ein E-Mail oder ein Newsletter. Der Kunde erfährt ehrliche Wertschätzung. Dies erklärt die Öffnungsrate von 99% bei von Hand angeschriebenen Couverts. Ein handgeschriebenes, persönliches Schriftstück bedeutet emotionales Erleben und bindet somit langfristig. Mit dem Öffnen eines Briefes wird mit der Amygdala zudem ein Hirnbereich aktiviert, der für affekt- und lustbetonte Empfindungen verantwortlich ist. Und damit ist auch die Aufmerksamkeit des Kunden garantiert.
Videos als Masterinstrument. Inhalte erlebbar zu machen ist entscheidend. Und mit keinem Instrument geht das besser als mit Videos. Der Videokommunikation sind im emotionalen Erleben praktisch keine Grenzen gesetzt. Erklärung, Unterhaltung, Bindung – alles kann über Video erreicht werden. Besonders beliebt sind Kurzvideos, die in der Qualität überzeugen. Wer auf Videos setzt, sollte darauf achten, Untertitel anzubringen – denn viele Videos werden ohne Ton konsumiert.
Geschichten. Kommunikation zu einem Unternehmen oder einer Persönlichkeit sollen nicht primär die Marke oder das Produkt ins Zentrum stellen, sondern spannende Geschichten erzählen. Denn gute Geschichten berühren, vermitteln Glaubwürdigkeit, fördern das Vertrauen und machen den Unterschied zur Konkurrenz. Sie sind nachhaltig und verbreiten sich direkt über den Kunden weiter – die überzeugendsten Markenbotschafter. Kunden wollen nicht mit Werbung überhäuft werden, sondern nützliche Informationen erhalten, die ihnen einen wahren Mehrwert liefern.